Coaching Praxis - Psychotherapie Einzelsitzungen in Neustadt an der Weinstraße

Philosophie und Ansatz der Coaching Praxis

“Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt."

Erich Fried

Dieses Zitat von Erich Fried könnte ihnen helfen, meine psychotherapeutische Arbeit in einem größeren Verständnis-Rahmen zu sehen. Dabei möchte ich hier auch im Überblick und sehr vereinfacht meine zugrundeliegenden Vorannahmen beschreiben, die sich aufgrund der Arbeit mit mir selbst, im Austausch mit Kollegen, durch philosophische und therapeutische Ansätze und der Arbeit mit vielen Klienten über Jahre hinweg verdichtet haben.

 

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Die Grundthese

Meines Erachtens haben wir mit dem herangereiften Menschen ein riesiges Geschenk erhalten – unser menschliches Bewusstsein! Für jeden von uns - auch für Sie und für mich - bedeutet das heutzutage, dass regelmäßig bis dauerhaft erlebte Zustände wie z.B. gelebte Freude, Freiheit, Lebensfülle, Mitgefühl, eine erfüllende Beziehung, transzendentale Fähigkeiten, Selbstzufriedenheit und Glück möglich und greifbar nahe sind. Diese persönlichen Qualitäten sind nicht mehr nur von externen Ereignissen oder Systemen abhängig, sondern bewusst in unserem Leben individuell entwickelbar. Diese Darstellung klingt vielleicht zuerst einmal sehr vereinfacht, bringt uns aber zugleich auch in ein sehr selbstverantwortliches Tun, wenn wir uns dessen ganz bewusst werden.

Die Arbeit an der Basis

Mit diesem Geschenk des höher entwickelten Bewusstseins und der Arbeit damit, kommt auch gleichzeitig die Schattenseite mit ins Spiel – es ist eben wie überall, da wo Licht ist, ist auch Schatten. Und je heller das Licht, desto schwärzer die Schatten. Wir wollen beide betrachten. Als Schattenanteile in unserer Psyche und unseres Verhaltens bezeichne ich hier als persönliche Aspekte (auch konditionierte), die wir lieber nicht so gerne an uns sehen würden. Sie werden im Allgemeinen unbewusst unterdrückt, verleugnet, abgespalten, verstoßen…und doch, jeder hat sie. Dieses Umgehen mit unseren Schattenseiten ist metaphorisch gesehen vielleicht vergleichbar mit Wasserbällen, die wir meist unbewusst versuchen unter Wasser zu halten, damit sie hoffentlich niemand sieht oder sie vermeintlich nicht unser „Leben“ und das „Erreichte“ stören. Ihr Auftauchen ist oft behaftet mit Angst, Scham oder Schuld. Aber in Wahrheit kostet das Niederdrücken der Wasserbälle Kraft und ist gebundene, blockierende Energie, die wir toll für was anderes einsetzen könnten. Oder wie es der amerikanische Psychotherapeut Eugene T. Gendlin in seinem Buch Focusing (Seite 98) mit treffenden Worten beschreibt:

“Ihr Körper…ist ein komplexes, lebenserhaltendes System. Oft fühlen wir uns so schlecht, dass wir diesen Zustand als normal zu akzeptieren beginnen. Das ist er aber nicht. Das schlechte Befinden ist ein Zeichen dafür, dass sich der Körper auf das Gute hin entwickelt. Jedes schmerzende Gefühl ist eine potentielle Energie, die nach einer besseren Lebensweise strebt, wenn man ihr nur Gelegenheit gibt, sich zu entfalten."

Eugene T. Gendlin - Focusing (Seite 98)


Nicht selten schafft man sich auch gerade mit den aus dem Bewusstsein verdrängten oder unterdrückten Gefühlen oder negativen Eigenbewertungen Gegner und Feinde, an denen bekämpft wird, was man an sich selber nicht wahrhaben oder sich nicht zugestehen will. So werden andere Menschen zu Sündenböcken, es entstehen Vorurteile und auch Gewalt. Und diese Schattenanteile in irgendeinem „Abstellkämmerchen“ unserer Psyche möchten sich auch bemerkbar machen und kehren dann sogar oft quälend und schmerzlich in neurotischen Problemen, Zwängen, Ängsten, Befürchtungen, Körpersymptomen und Beziehungsproblemen zu uns zurück.

Ihr Nutzen

Es geht also darum, uns mehr und mehr selbstkritisch und ehrlich unseres Seins und Tuns bewusst zu werden. Vor allem mit dem Fokus, wo wir eigentlich hinwollen, wie wir wirklich leben möchten, was in unserem Leben mehr und mehr stattfinden soll und in welcher persönlicher Haltung. Dadurch können wir diese im Laufe des Lebens entstandenen Abspaltungen und Blockaden wahrnehmen und sie nach und nach beginnen auflösen. Das heißt also konkret, diese „Wasserbälle zu entlüften“ oder mit ihnen und Anderen spielen zu lernen - damit sich unser Körper, unser Verstand, unsere Seele und unser Bewusstsein ungehemmt und frei entfalten können. So kann ein Mehr dieser positiven Qualitäten in unserem Leben entstehen. Es ist also wichtig diese Schattenaspekte unseres Selbst aufzudecken, uns damit anzufreunden und zu re-integrieren. Und das hilft somit nicht nur die konkreten Symptome zu beheben, sondern auch, um ein stimmiges und gesundes Selbstbild zu entwickeln. Es lohnt sich also wirklich, sich auf den Weg damit zu machen.

Mein Arbeitsansatz und die wesentlichen Vorannahmen

Die seelisch-geistige Arbeit ist für viele Menschen etwas ganz Besonderes und individuell Persönliches und das soll es auch sein.

Mein Arbeitsansatz gründet sich vereinfacht auf 3 große Bereiche:

  • die seelisch-geistige Arbeit in Einzelsitzungen und Seminaren
    • mit vielen unterschiedlichen Methoden bei Bedarf. Kernmethoden sind NLP, sowie Ansätze aus systemischer und transpersonaler Psychologie
  • dem Human Design
    • mit der momentan wohl als präzisester anzunehmenden „Landkarte“ der Beschreibung unseres ureigenen Wesenskerns
  • der Arbeit mit dem Körper
    • im medizinischen Bereich in Zusammenarbeit mit alternativ orientierten Spezialisten

Moderne Psychotherapie zeichnet sich dabei für mich durch eine zügige, effektive und nachhaltige Vorgehensweise aus. Mit einem klaren Fokus auf Ihr Anliegen und persönlich nachvollziehbaren Schritten. Dabei möchte ich sie menschlich in einem wohlwollenden, verlässlichen und wertschätzenden Rahmen begleiten, in dem sie sicher und vertrauensvoll ihre Erkenntnisse gewinnen können und ihre Entwicklungsschritte gehen.

In meiner Arbeit können je nach Bedarf unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen. Das ist auch insofern wichtig, da nicht jede Methode oder ein bestimmter Ansatz für jedes Veränderungs-Thema geeignet ist. Aktuelle Erkenntnisse aus wissenschaftlicher und alternativer Forschung und fachbereichs-angrenzenden Ansätzen werden berücksichtigt und soweit möglich mit integriert.

  • Natürlich gehe ich nicht davon aus, dass ein Therapeut alle Methoden beherrschen könnte oder alle anstehenden Themen begleiten. Das wäre eine etwas anmaßende Sicht der Dinge. Trotzdem kann man natürlich einiges dafür tun, ein breit angelegtes Fachwissen und „handwerkliches“ Können anzulegen und sich eine Offenheit zu behalten für Neues – es geht also darum „zu sehen was ist und zu nutzen was tatsächlich wirkt“. Auch hier zitiere ich gerne Eugene T. Gendlin aus Focusing (S.27)

    “Ein Patient muss mehrere Therapeuten ausprobieren (mit wenigen Sitzungen, nicht jahrelang), um herauszufinden, welcher von ihnen ihm wirklich helfen kann. Das wird er, sobald er das unmissverständliche, körperliche Erlebnis einer Veränderung erfahren hat."

    T. Gendlin - Focusing (S.27)
     
  • Bei all den Methoden und dem Fachwissen ist natürlich auch die vertrauensvolle menschliche Beziehung, der gesunde Menschenverstand und die Selbstverantwortung des Klienten von zentraler ausschlaggebender Bedeutung für erfolgreiche Veränderungsschritte. In diesem Sinne beschreibt es auch Eugene T. Gendlin in seinem Buch Focusing (S.26) sehr treffend:

    “Ein Arzt kann einen Patienten von einer körperlichen Krankheit heilen. Seelische Probleme sind aber ihrem Wesen nach so, dass nur wir selbst sie lösen können. Kein Fachmann kann unsere Probleme lösen oder uns vorschreiben, wie wir leben sollen. Deshalb begnüge ich mich – genauso wie andere Kollegen – immer mehr damit, den Leuten beizubringen, wie sie sich selbst und anderen helfen können."

    Eugene T. Gendlin - Focusing (S.26)
     

Sollte eine Sitzung einmal keine oder wenig Veränderungswirkung zeigen, bedeutet das meiner Meinung nach nicht, dass der Klient etwas „falsch“ oder „nicht richtig“ gemacht hat oder sich womöglich im „Widerstand“ befindet, sondern erst mal nur, dass die Art der Intervention nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hat. Das kann an der gewählten Methode liegen, dem zur Veränderung nötigen Vertrauensverhältnis, zugrundeliegenden körperlichen Blockaden und noch einiges mehr. Gerade an dieser Stelle gilt es meiner Meinung nach neugierig zu bleiben und die tieferliegende Dynamik, die überhaupt erst zu diesem Problem führte, zu ergründen.

Fazit

Bei all dem bleibt aus meiner Sicht und Erfahrung noch eines zu beachten: Manche Themen können in der Therapie schnell verändert oder aufgelöst werden. Und andere zentrale Themen begegnen einem aus der Erfahrung wohl immer wieder mal im Leben, selbst wenn sie im Jetzt als gelöst erscheinen. Aber wenn die ursprüngliche Arbeit in einem größeren Verständnisrahmen stattfand und gut integriert ist, begegnen einem diese Themen eben auch auf einer qualitativ anderen Ebene des Bewusstseins und der persönlichen Entwicklung. Mit neuen und „höherwertigen“ Herausforderungen, um die nächsten Wachstums-Schritte gehen zu können.

In diesem Sinne freue ich mich bei ihrem Interesse auf ein Kennenlernen!

Herzliche Grüße,
Michael Löhlein

 

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